Interview me

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Wer ist John Jimenez?

Ich bin ein klassischer Gitarrist, Musikpädagoge und audiovisueller Produzent. Ich betreibe den Kanal Guitar TV World, der sich der Verbreitung der klassischen Gitarre, ihrer Geschichte und ihren wichtigsten Vertretern widmet. Ich stamme aus Venezuela und lebe seit 2000 in der Stadt Köln, Deutschland.

Wie definierst du dich künstlerisch?

Ich denke, Definitionen sind oft ein zweischneidiges Schwert, denn sie können zwar Klarheit über das bringen, was man tut, aber sie können einen auch in eine Schublade stecken und einschränken. Mehr als mich selbst zu definieren, sehe ich mich als jemanden, der  Emotionen und Geschichten kommunizieren und übermitteln möchte, um meine Erfahrungen, meine Kultur und die Kulturen, die ich das Glück hatte, kennenzulernen, mit der Öffentlichkeit zu teilen. Musikalisch gesehen ist die Gitarre meiner Meinung nach das am besten geeignete Instrument für diesen Zweck, da sie ein intimes und vielseitiges Instrument ist, das den Menschen schon immer sehr nahe stand und ein wesentlicher Bestandteil der künstlerischen und kulturellen Manifestationen von Menschen auf der ganzen Welt war. Als Konzertist basieren meine Vorschläge darauf, „musikalische Geschichten“ zu erzählen, die sich um ein Thema drehen. Die Wahl dieses Themas ist meist sehr persönlicher Natur, es kann mit meiner Kultur oder meinen Erfahrungen zu tun haben. Sobald das Thema klar ist, wähle ich die Werke aus, die mir helfen, einen musikalischen Diskurs dazu zu entwickeln. Als Interpret habe ich auf Bühnen in Venezuela, der Schweiz, Deutschland, Spanien, Portugal, Griechenland und anderen Ländern gespielt.

Wie bist du zur Musik gekommen?

Musik war etwas, das mich schon immer interessiert hat, seit ich ein Kind war. Ich bin in einem Haus aufgewachsen, in dem man die ganze Zeit und in voller Lautstärke Musik hören konnte! Im Alter von 10 Jahren schenkte mir mein Vater ein Cuatro (ein venezolanisches Volksinstrument) und ich meldete mich zu einem Ferienkurs an. Ich verbrachte täglich mehrer Stunden mit dem Üben und hatte das Gefühl, dass es mir sehr gut gefiel. Dann zog meine Familie auf die Insel Margarita im Nordosten Venezuelas und meine Mutter meldete mich in einer Musikschule an, um den Cuatro-Unterricht fortzusetzen, leider hatte ich keinen guten Lehrer und ich lernte in diesem Jahr nichts neues. Ich fühlte mich sehr frustriert und beschloss, die Musikschule zu verlassen. Zu dieser Zeit schenkte mir ein Verwandter eine Gitarre, und meine Mutter bestand darauf, dass ich den Musikunterricht wieder aufnehme, diesmal mit der Gitarre. Ich beschloss, es noch einmal zu versuchen, und dann traf ich einen meiner größten Einflüsse, nicht nur im musikalischen, sondern auch im menschlichen Bereich: Eladio Mujica, ehemaliger Schüler des großen venezolanischen Meisters Antonio Lauro war mein erster Gitarrenlehrer. Als Ergebnis dieser Begegnung entwickelte ich eine unbändige Leidenschaft für die Gitarre, die bis heute anhält.

Was ist Dein akademischer Hintergrund?

Ich entdeckte die klassische Gitarre im Alter von 13 Jahren, angeleitet vom venezolanischen Gitarristen Eladio Mujica auf der Insel Margarita, Venezuela. Nachdem ich das Instrument zum ersten Mal gehört hatte, verliebte ich mich in seinen Klang und seine Wärme so sehr, dass ich von diesem Moment an wusste, dass ich mich diesem Instrument widmen wollte.  Im Alter von 18 Jahren zog ich in die Stadt Barquisimeto, um bei dem chilenischen Meister Arturo González zu studieren, bei dem ich den Titel des Gitarristen am Vicente Emilio Sojo Conservatory“ erwarb. Arturo Gonzales war für mich nicht nur mein Gitarrenlehrer, sondern auch eine Vaterfigur, die mich als Künstler und als Mensch tief beeinflusst hat. Im Jahr 2000 reiste ich nach Deutschland, um meine akademische Ausbildung fortzusetzen. Dort habe ich an der Musikhochschule in Münster bei dem deutschen Gitarristen Wolfgang Weigel studiert und das Diplom der künstlerischen Ausbildung erworben. Später absolvierte ich ein Aufbaustudium an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar bei Thomas Müller-Pering und an der Hochschule für Musik in Köln, wo ich mein Diplom als Musikpädagoge erwarb und später das Solistenexamen bei dem weltbekannten Gitarristen Roberto Aussel ablegte. 

Welche pädagogische Erfahrungen hast Du gesammelt?

Ich unterrichte, seit ich 14 Jahre alt bin. Als ich anfing, Gitarre zu spielen, war ich so begeistert und besessen von diesem Instrument, dass ich innerhalb eines Jahres einige wichtige Werke des klassischen Gitarrenrepertoires spielte. Natürlich hatte ich keine solide Technik; aber ich sog alles auf wie ein Schwamm. Nach einem Jahr wurde meinem Lehrer (Eladio Mujica) die Leitung eines Konservatoriums in der Stadt Cumaná auf dem Festland angeboten und er musste umziehen. Leider gab es auf der Insel keinen Lehrer, bei dem ich weiterhin Gitarrenunterricht nehmen konnte, also ernannte mich die Musikschule zum Assistentlehrer und so begann ich, meinen Mitschülern Unterricht zu geben. Als Entschädigung übernahm die Schule meine Reisekosten nach Cumaná, so dass ich weiterhin den Unterricht bei meinem Lehrer fortsetzen konnte. Für mich war es ein außergewöhnliches Abenteuer, da ich ein paar Mal im Monat mit dem Schiff (meistens Fischerboot) unterwegs war, um meinen Gitarrenunterricht zu bekommen. Später, als ich mein  Musikstudium am Konservatorium in der Stadt Barquisimeto (Zentral-West-Venezuela) begann, gab ich  Gitarrenunterricht in privaten Musikschulen, diese Unterrichtstätigkeit übte ich auch während meiner gesamten Studienphase in Deutschland bis heute aus. Nach meinem Diplom als Gitarrist absolvierte ich ein Aufbaustudium in Pädagogik an der Musikhochschule Köln. Zurzeit bin ich Lehrer für klassische Gitarre an der Rheinischen Musikschule in Köln, einer Institution, die mehr als 175 Jahre alt ist. Als Pädagoge habe ich Projekte entwickelt, die sich auf den sozialen Bereich konzentrieren. Ich denke, dass Kunst, insbesondere Musik, ein wesentliches Element für die Bildung und Sensibilisierung des Menschen ist. Eines dieser Projekte, das ich in den Jahren 2008-2009 durchgeführt habe, basierte auf der pädagogischen Arbeit mit Kindern mit Migrationshintergrund in Köln, das war ein Projekt der sozialen Integration durch Musik und es hat mir beruflich und menschlich sehr viel gebracht. Darüber hinaus wurde ich auch mehrmals als Lehrer und Konzertgitarrist zum Mülhausener Gitarrenfestival in Deutschland und zum ersten Festival der junge Gitarre in der Stadt Michelena in Venezuela eingeladen, das vom renommierten System der Kinder- und Jugendorchester Venezuelas (El Sistema) organisiert wurde.  Auf akademischer Ebene war ich Mentor für Musikpädagogikstudenten und wurde mehrmals von der Musikhochschule Köln eingeladen, als Juror bei Abschlussprüfungen  mitzuwirken.  

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